Informationskompetenz und Literaturrecherche

Innerhalb des Studiums kommen Studierende um eines nicht herum – Literaturrecherche. Das richtige Recherchieren von geeigneten Quellen ist bereits bei dem Schreiben einer Hausarbeit oder dem Erstellen von Präsentationen ein wichtiger Aspekt. Es gilt nicht nur einfach Inhalte zu finden, sondern auch deren Ursprung zu überprüfen und ob diese valide Ergebnisse aufzeigen. Spätestens bei dem Schreiben einer Abschlussarbeit, sei es nun die Bachelorarbeit oder sogar eine Masterarbeit, ist der richtige Umgang mit Quellen und deren Verwaltung von entscheidener Bedeutung. Es kann nicht nur Einfluss auf die Note haben, sondern vor allem auf das Bestehen der Prüfung im Allgemeinen. Schließlich führen Täuschungsversuche bzw. Plagiarismus, auch unwissentlich begangen, in einer direkten Folge zu dem Nichtbestehen einer Prüfungsleistung.

Daran wird deutlich: Vor allem aus dem Alltag eines Studierenden ist Informationskompetenz nicht wegzudenken.


Nachfolgend sind ein paar wichtige Punkte im Hinblick auf das Thema Literaturrecherche zusammengestellt worden, die dich bei dem Verfassen deiner zukünftigen wissenschaftlichen Arbeiten unterstützen sollen. Auch werden nachfolgend einige Literaturhinweise bzw. Quellenangaben zu finden sein, die Du selber noch einmal weiterführend recherchieren kannst.

Vorgehensweise

Laut Bänsch und Alewell (2013: 6) müssen wissenschaftliche Arbeiten auf den bereits existierenden Stand der Forschung aufbauen. Das bedeutet, dieser sollte nicht nur zur Kenntnis genommen werden, sondern es sollte auch das geistige Eigentum der jeweiligen Autoren unter Angabe der Quellen korrekt zitiert werden. Denn das Ziel einer wissenschaftlichen Arbeit, vertiefende Kenntnisse im jeweiligen Themengebiet zu erarbeiten, kann nur erfolgen, wenn der aktuelle Forschungsstand zunächst erfasst wird.

Weiterhin ist eine kritische Auseinandersetzung mit der herangezogenen Literatur von Nöten. Die Literatur sollte nicht einfach nur wiedergegeben, sondern auch kritisch hinterfragt werden, da sie nicht automatisch der unwiederuflichen Wahrheit entspricht. Es könnte bspw. folgende Fragen nachgegangen werden: Gibt es Schwachstellen, z.B. in der Methodik oder Lücken in der Interpretation von Ergebnissen? Sind Übereinstimmungen, Unterschiede oder Widersprüche in verschiedenen Literaturtiteln zu finden? (vgl. Bänsch & Alewell 2013: 10 f.).
Doch bei dem Verfolgen solcher kritischen Fragestellungen, darf nicht vergessen werden, den Fokus auf die eigene(n) Fragestellung(en) und dafür relevante Aspekte nicht zu verlieren. Ein allgemeines Kritisieren an Kleinigkeiten erscheint nicht sinnvoll (vgl. Bänsch & Alewell 2013: 11).

Daraus lassen sich die folgenden erste Schritte ableiten:
1. Ermitteln von Literatur zum aktuellen Forschungstand des Themengebiets von Interesse.
2. Auswahl relevanter Literatur in Hinblick auf die Forschungsfrage(n).
3. Beschaffung der Literatur.

Einen weiteren wichtigen Punkt stellt die notwendige Unterscheidung von Primär- und Sekundärliteratur dar. Bänsch und Alewell (2013: 10) legen das Zurückgreifen auf Primärquellen nahe, um so die Literatur möglichst ungefiltert wiedergeben zu können. So wird sichergestellt, dass die Gedanken und Ideen dem/der Urheber/in korrekt zugeordnet und eventuelle Unsorgsamkeiten in der Sekundärliteratur nicht weiter verbreitet werden.

Generell ist beim späteren Verfasssen der wissenschaftlichen Arbeit das richtige Zitieren von Bedeutung. Es kann zwischen direkten Zitaten und Paraphrasen (indirekten Zitaten) unterschieden werden. Bei ersterem werden die Ausführungen wortwörtlich übernommen, wobei diese sowohl buchstaben- als auch zeichengetreu erhalten bleiben müssen. Direkte Zitate werden in Anführungszeichen gestetzt und jegliche Änderungen oder Ergänzungen müssen zusätzlich gekennzeichnet werden (vgl. Theisen 2017: 169 f.).
Bei indirekten Zitaten hingegen handelt es sich um eine sinngemäße Wiedergabe. Dennoch müssen jegliche textliche Anlehnungen oder stützende Aussagen, die das Verwenden fremden Gedankenguts beinhalten, als solche unter der Angabe der Quelle gekennzeichnet werden (Theisen 2017: 174 f.).

Wissenschaftlichkeit von Quellen

Es gibt verschiedene allgemeine Kriterien, die bei der Auswahl und vor der Verwendung von Literatur überprüft bzw. auf deren Vorhandensein hin überprüft werden sollten.
Laut Sesink (2014: 113) handelt es sich dabei um die folgenden Kriterien, die eine Literaturquelle erfüllen muss:

  • Herkunft der Quelle und für den Inhalt verantwortliche Instanz
  • Datum der Publizierung und/oder Erstellung
  • Belege der Tatsachenaussagen (nachvollziehbare Verweise auf verwendete Quellen)
  • Deutliche Unterscheidung von nachprüfbarer Information und Interpretation
  • Rational nachvollziehbare Schlussfolgerungen

Arten wissenschaftlicher Literatur

Quellen gibt es in unterschiedlichen Arten bzw. Formaten. Einige können in aller Regel grundlegend als wissenschaftliche Quellen verwendet werden. Dazu listet Sesink (2014: 113 f.) die folgende Arten auf:

  • Monografien: Publiziert von wissenschaftlichen Fachverlagen oder Institutionen und/oder im Rahmen wissenschaftlicher Reihen.
  • Hochschulschriften: Dissertationen, seltener auch andere wissenschaftliche Abschlussarbeiten.
  • Wissenschaftliche Fachzeitschriften
  • Wissenschaftliche Sammelwerke: Beiträge aus bspw. Tagungsbänden oder wissenschaftlichen Herausgeberbänden.
  • Fachlexika und Handbücher

Recherchewerkzeuge

Um geeignete Literatur zu finden, gibt es eine Vielzahl an Recherchewerzeugen, auf die zurückgegriffen werden kann. Vor allem für Studierende bieten sich diesbezüglich herrvoragende Möglichkeiten, da sie über das Netzwerk der Universität oder alternativ von Zuhause mittels eines VPN Zugriff auf spezielle Datenbanken erhalten. So wird der Zugriff über das Universitätsnetzwerk auch benötigt, um auf elektronische Ressourcen der Bibliothek zugreifen zu können. 

Als eine der ersten Anlaufstellen sollten also die Kataloge und Datenbanken der eigenen Universität dienen.
Für die Universität Hildesheim handelt es sich dabei zum einen um den Hildesheimer Katalog (HilKat), über den eine direkte Literatursuche stattfinden kann. Des Weiteren steht das Datenbank-Infosystem (DBIS) zur Verfügung, das einen Überblick über eine Vielzahl verschiedener zur Verfügung stehender Datenbanken liefert.

Einige der gängigsten Möglichkeiten sind bspw. die folgenden:

Literaturverwaltung

Über die Universität gibt es zudem Literaturverwaltungsprogramme, auf die man als Studierender zugreifen kann und die einem das wissenschaftliche Arbeiten erleichtern können. Die Universität Hildesheim bietet dafür Schlungen an, um einen sinnvollen Umgang mit der Software zu lernen.
Für diejenigen, die mit einem Windows-System arbeiten steht dafür Citavi zur Verfügung. Alternativ, auch für Mac OS und Linux geeignet, gibt es Zotero.

Weitere Informationen zum Download und Schulungen findest Du auf der Seite der Universität Hildesheim.

Vorgaben der Universitäten

Bei dem Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten gilt es zudem die Vorgaben der eigenen Universität und meistens sogar des jeweiligen Institutes hinsichtlich formaler Kriterien wie bspw. der Zitierweise zu beachten. Denn diese können sich je nach Studiengang unterscheiden und sollten unbedingt eingehalten werden. Diese Vorgaben sind meisten leicht auf den Seiten der Institute zu finden.

Für Studierende der Universität Hildesheim sind nachfolgend beispielhaft einige Links zu den Hinweisen oder Leitfaden (als PDF) einiger Institute zu finden:


Verwendete Literatur:

  • Bänsch, Axel & Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. 11. aktualisierte u. erweiterte Aufl. München: Oldenbourg.
  • Sesink, Werner (2014): Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Inklusive E-Learning, Web-Recherche, digitale Präsentation u.a. 9. aktualisierte Aufl. München: Oldenbourg.
  • Theisen, Manuel R. (2017): Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. 17. aktualisierte u. bearbeitete Aufl. München: Vahlen.
Weiterführende Literatur:
  • Franck, Norbert (2017): Handbuch wissenschaftlichen Arbeitens. Was man für ein erfolgreiches Studium wissen und können muss. 3. vollständig überarbeitete u. aktualisierte Aufl. Paderborn: Schöningh.